Glasfaserverstärkt, mineralgefüllt, metallisiert, flammgeschützt, schlagzähmodifiziert… – genauso wie der Kunststoffverarbeiter für jedes Projekt „sein“ Grundmaterial haben möchte, so bekommt er es auch, natürlich in der individuell gewünschten Farbe. Dafür sorgen die Compoundeure, die auf der nächsten KUTENO ausstellen werden.

Auf den ersten Blick scheint der Markt sehr unübersichtlich: Mehr als achtzig Unternehmen zeigen dort Compounds und Masterbatches. Schaut man genauer ins Ausstellerverzeichnis, wird das Bild differenzierter. Da finden sich zum Beispiel große Kunststoffhersteller wie BASF, die ihre eigenen Grund(kunst)stoffe maßgeschneidert compoundieren. Namhafte Distributoren mit einem breiten Produktspektrum und internationalem „Footprint“ sind ebenfalls vertreten, zum Bei-spiel Biesterfeld, Brenntag, Kraiburg, Lehvoss und Nexeo.

Den größten Anteil machen mittelständische Spezialisten unter den Compoundeuren aus, die seit Jahrzehnten etabliert und bestens darauf vorbereitet sind, die Anforderungen ihrer Kunden passgenau zu erfüllen. Einige Beispiele von vielen: Argus, Badico, Barlog, Geba, Romira, Sattler… Auch Anbieter von außerhalb Deutschlands sind vertreten – aus Italien (Lati), den Niederlanden (Kedu), Polen (GM Color), Schweden (Polykemi) der Schweiz (Dulder-Bigler) und der Türkei (Eurotec).

Hoch spezialisierte Compoundeure auf der KUTENO

Wenn man sich weiter ins Ausstellerverzeichnis zoomt, stellt man fest: Viele Compoundeure zeigen Spezialitäten, die Nischenbedürfnisse abdecken oder Alleinstellungsmerkmale bieten. Einige Beispiele: MKV kombiniert die Produktion von Compounds mit der werkstofflichen Verwertung von sortereinen Kunststoffabfällen und der Wiederaufbereitung von Mahlgütern und Reststoffen. Zu den Kernkompetenzen von Sattler gehören durchgefärbte Compounds aus verschiedenen Kunststoffen, die trotz sehr unterschiedlicher Eigenfarbe eine einheitliche Färbung aufweisen. Mit den NEXT-Compounds bietet Akro-Plastic ein Portfolio nachhaltiger Materialalternativen mit verringertem CO2-Fußabdruck – auch mit ISCC PLUS oder REDcert² Nachhaltigkeits-Zertifizierung.

Click Plastics, ein Handelspartner von asiatischen Kunststoffherstellern, zeigt auch Eigenentwicklungen wie umweltverträgliche flammgeschützte Compounds. An den Ständen von Bayka Color und Deifel sind Farbkonzentrate und Masterbatches zu sehen. Seit 2023 stellt Almaak auch Compounds mit einem Anteil von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) her. Auch bei Compounds aus nachhaltigem Rohstoff kann das Unternehmen Referenzen vorzeigen. JunDe HPP konzentriert sich auf Rohmaterialien für PEEK-Produktkette, und Luh gilt branchenweit als Experte für Compounds mit Naturgraphit, die sich durch flammhemmende Wirkung und elektrische Leitfähigkeit auszeichnen.

Alle genannten Unternehmen kann man alle an einem Ort, in Bad Salzuflen, kennenlernen – nicht nur ihr Portfolio, sondern auch ihre Kompetenzen und Ideen. Vielleicht entstehen im Messegespräch aus Ausstellersicht Projekte, mit denen sich der Kunststoffverarbeiter vom Wettbewerb absetzen und neue Wege gehen kann – indem er Werkstoffe mit neuen Eigenschaftsprofilen verarbeitet.