Aus Alt mach Neu! Durch Upcycling können Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Stoffe für die Herstellung von neuen Produkten verwendet werden. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. So lässt sich durch die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material der Rohstoffverbrauch reduzieren.

Als ein Vorreiter bei Recycling, Upcycling und Recompounding von Kunststoffen beschäftigt sich KraussMaffei am Standort Hannover seit mehr als drei Jahrzehnten mit dem Thema Wiederverwertung und ermöglicht seinen Kunden den Eintritt in die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe. Carl-Philip Pöpel, Direktor Produktmanagement Extrusion bei KraussMaffei,“ Im Papier-, Metall- und Glasbereich ist das Recycling bereits etabliert und akzeptiert, auch vom Konsumenten. Im Kunststoffbereich ist dies noch lange nicht der Fall. Es gibt aber viel technisches Potenzial, um eine echte Circular Economy auch für den Kunststoffbereich zu realisieren.“ Ralf J. Dahl, Direktor Fachvertrieb Extrusion bei KraussMaffei ergänzt, „Ein wertstoffliches Recycling hat es in allen Industrien immer gegeben. Aber von den Verschmutzungen her, die im Kunststoff anhaften und aufgrund technischer Limitierungen in der Aufbereitung, hat es lange Zeit keinen vernünftigen Ansatz gegeben, Kunststoffe mit hohen Qualitäten und in großen Mengen zu recyceln. Es hat aber auch keine große Motivation dafür gegeben. Das ändert sich jetzt nachdrücklich.“ KraussMaffei hat bereits 2018 über 2,5 Mio. Euro in eine spezielle Technikumsanlage investiert, die Ende 2019 im Technikum installiert wurde. Diese sog. Edelweiss-Linie ist ausschließlich für Circular Economy und Recycling-Anwendungen vorgesehen. Damit ist es möglich neue Prozesse zu entwickeln, zu qualifizieren und sich ebenso von der Leistungsfähigkeit zu überzeugen. „Zusätzlich haben wir in ein umfangreiches Analytiklabor investiert. Dies ist besonders für die Aufbereitung von Recyclaten wichtig, um detailliert die Eigenschaften der Eingangsstoffe und nachher des aufgewerteten Endproduktes zu analysieren. Grund hierfür sind sehr häufig stark schwankende Stoffströme hinsichtlich Art und Verschmutzung, die entsprechend Auswirkungen auf den Prozess und die zu erreichenden Qualitäten haben,“ schließt Carl-Philip Pöpel an.

Nach Ansicht der KraussMaffei-Experten sind großen Herausforderungen bei den Verbundstoffen zu sehen, also bei unterschiedlichen, nicht trennbaren Kunststoffen. Hier kommen neuartige chemische oder lösemittelbasierte Verfahren zur Anwendung, bei denen man gezielt nur einen bestimmten Stoff angreifen und separieren kann. Diese Anwendungen befinden sich teilweise erst im Aufbau, erste Pilotanlagen gibt es aber bereits. Die Verpackungsindustrie arbeitet darüber hinaus daran, reyclingfreundliche Designs zu entwerfen und Verbundfolien, wo möglich, zu vermeiden. Am Standort Hannover KraussMaffei beschäftigt man sich mit drei Arten von Recycling: mechanisches Recycling als größte Säule, dann lösemittelbasiertes Recycling und als drittes das chemische Recycling, bei der man die Polymere aufbricht und am Ende ein rohölähnliches Vorprodukt erhält. Neben dem mechanischen Recycling glaubt man vor allem an das lösemittelbasierte Recycling, weil man dort über die molekularer Ebene wieder ein Neuware-ähnliches Produkt erhält. „Meine Vision für 2030 lautet: Circular Economy ist Standard in der Kunststoffindustrie. Das ist meine feste Überzeugung. Und KraussMaffei wird ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung gewesen sein,“ erklärt Carl-Philip Pöpel seine Sichtweise. Und Ralf J. Dahl ergänzt, „Wir werden auch künftig nicht ohne Kunststoff auskommen. Dieses Kunststoff-Bashing muss aufhören. Kunststoff ist ein notwendiger und wertvoller Werkstoff, ohne den eine moderne Welt nicht vorstellbar ist. Wir müssen nur verantwortungsvoll mit dieser Ressource umgehen und vom Wegwerfimage wegkommen.  Entscheidend ist, Kunststoff die Werthaltigkeit zu geben, die ihm gebührt. Und dann kommen wir auch zu einer funktionierenden Circular Economy.“

Mit den KraussMaffei-Maschinen lassen sich bereits heute hochwertige Endprodukte aus alternativen Kunststoffen wie Recyclingmaterialien und biologisch abbaubaren Kunststoffen herstellen. An einem Beispiel konnte man bereits auf Messe erleben, wie KraussMaffei-Maschinen aus einem Polypropylen-Eimer die A-Säule für ein Automobil produzieren.

Fact & Figures

KraussMaffei ist einer der weltweit führenden Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Kautschuk. Unsere Marke steht für Spitzentechnologie – seit mehr als 180 Jahren. Unser Leistungsspektrum umfasst sämtliche Technologien in der Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik. Dadurch verfügt KraussMaffei über ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche. Mit hoher Innovationskraft stellen wir für unsere Kunden mit standardisierten und individuellen Produkt-, Verfahrens-, Digital- und Servicelösungen einen nachhaltigen Mehrwert über deren gesamte Wertschöpfungskette sicher. Mit unserem Leistungsangebot bedienen wir unter anderem Kunden aus der Automobil-, Verpackungs-, Medizin- und Bauindustrie sowie Hersteller von Elektrik- und Elektronikprodukten und Haushaltsgeräten. KraussMaffei beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter. Mit mehr als 30 Tochtergesellschaften und über 10 Produktionsstätten sowie rund 570 Handels- und Servicepartnern ist KraussMaffei international kundennah vertreten. Der Hauptsitz ist seit 1838 in München.

Kontakt: www.kraussmaffei.com

Mit dem Zweischneckenextruder ZE 28 BluePower ist es möglich hochwertiges Mahlgut herzustellen und wieder in den Materialkreislauf einzuspeisen.

Bildquelle: KraussMaffei