E-Mobilität gilt als Antrieb der Zukunft. Damit die Fahrzeuge eine höhere Reichweite erreichen, müssen sie möglichst leicht sein. Das könnte mit dem Einsatz kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffe (CFK) oder auch nur mit einer Glasfaserverstärkung gelingen.

Busse, Autos, Roller oder Fahrräder sind heute alle auch mit einem Elektroantrieb ausgerüstet. Jedoch haben sie ein Manko: die mangelnde Reichweite. Und das liegt hauptsächlich am Gewicht. Da beides zusammenhängt, arbeiten die Forschung und viele Unternehmen daran, möglichst leichte Teile zu entwickeln. Denn weniger Gewicht bedeutet, dass das Fahrzeug mit der gespeicherten Energie länger auskommt.

Seit Anfang 2019 fahren zum Beispiel in Hamburg elektrisch angetriebene VW Plutos beim Ridesharing-Anbieter MOIA. Der Batteriekasten für das Bordnetz wurde von der nordrhein-westfälischen Firma H & H Gesellschaft für Engineering und Prototypenbau entwickelt und produziert. Beauftragt wurde der Dienstleister mit dem Bau des Werkzeugs und der Herstellung der Serienbauteile seitens VW. Da es aufgrund von Verzugsproblemen bei der Herstellung Probleme mit der Freigabe gab, kam Business Development Manager Christoph Gerling vom Hamburger Kunststoffdistributor K.D. Feddersen ins Spiel und begleitete die weitere Musterung für die Bauteil- und Werkzeugfreigabe. Dabei wurden die Maschinenparameter so optimiert, dass die Bauteile den Anforderungen an die VW Norm 44045 PP10 entsprachen und somit die Freigaben durch VW erfolgen konnten. Gemäß VW-Norm 44045 müssen die Bauteile an der Oberfläche und im Innern frei von Fehlstellen und Fertigungsfehlern wie Fließlinien, Lunkern oder Rissen sein. Einfallstellen im Bereich des Ansatzes von Rippen und Versteifungen sind nur dann zulässig, wenn sie die Funktion und das Aussehen des Bauteils nicht beeinträchtigen. Zudem muss eine einwandfreie Montage gewährleistet sein. Ferner ist unter dem Zusatz PP10 vermerkt, dass der Anwendungsbereich für besonders wärmebeanspruchte Teile mit hohen Anforderungen an die Festigkeit, Steifigkeit und Formbeständigkeit angelegt ist.

Auch bei der vorangegangenen Werkstoffauswahl konnte der Distributor unterstützen. Seitens des Verarbeiters wurde ein PP mit 30 Prozent Glasfaserverstärkung angefragt, welches die geforderte Norm von VW erfüllen sollte. „Mit Hostacom G3 R05 105555 aus dem Hause LyondellBasell haben wir ein PP-Compound empfohlen, welches leichtfließend ist, hervorragende mechanische Eigenschaften besitzt und zudem einen geringen Verzug aufweist“, erklärt Christoph Gerling. Zudem ist der Werkstoff laut Angaben des Distributors recyclingfähig.

Fact & Figures

Die H&H GmbH bietet in ihren beiden Geschäftsbereichen H&H Innovation und H&H Smart Products alle Entwicklungsdienstleistungen, die eine Idee auf dem Weg zum Serienprodukt benötigt. Das Unternehmen entwickelt, baut Prototypen und simuliert, erprobt und produziert die formgewordene Idee dann in Serienstückzahlen. Eine besondere Stärke des Unternehmens ist die Herstellung von Produkten, wie zum Beispiel technisch anspruchsvoller Kunststoffteile, die in kleinen Stückzahlen benötigt werden. Die Kunden kommen unter anderem aus den Branchen Automobilindustrie und -zulieferer, Medizintechnik, Bad und Sanitär.

K.D. Feddersen, Hamburg, ist ein Unternehmen der Feddersen-Gruppe, das sich auf die Vermarktung und Distribution technischer Kunststoffe spezialisiert hat und bietet durch mehr als 60-jährige Erfahrung qualifizierte Fachkompetenz, kundennahen Service und einen leistungsstarken Vertrieb für die kunststoffverarbeitende Industrie. Zur Gruppe gehören AKRO-PLASTIC, Niederzissen, sowie AF-COLOR bzw. BIO-FED, Köln.

Kontakt

www.kdfeddersen.com

www.peoplethinkplastics.com

www.huh.de

Das Batteriekastengehäuse des elektrisch angetriebenen VW-Pluto.

Bildquelle: K.D. Feddersen