Kunststofferzeugnisse sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb herrscht in der Kunststoffindustrie, nicht nur in Deutschland, seit Jahrzehnten einem ungebremsten Wachstum. Demzufolge ist die kunststoffverarbeitende Industrie auch ein wichtiger Arbeitgeber. Sie stellt Produkte her, die den Herausforderungen der aktuellen Megatrends gewachsen sind und kurbelt somit auch die Wirtschaft an.

Kunststoff und Kunststoffprodukte bilden derweil einen zentralen Teil unseres Alltags. Der Werkstoff Kunststoff wird deshalb auch oft als der Werkstoff des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Er ermöglicht es, den großen Megatrends unserer Zeit aktiv zu begegnen: Bevölkerungswachstum und demografischer Wandel, Globalisierung, Klimawandel, Energieversorgung und medizinischer Fortschritt sind nur einige Trends, zu denen Kunststoff positive Einflüsse beiträgt. Rund 19,9 Millionen Tonnen Kunststoff wurden 2017 in Deutschland erzeugt, das entspricht etwa ein Drittel dessen was in ganz Europa erzeugt wird (64 Millionen). Exportiert wurden 13,6 Millionen Tonnen Kunststoff. Die Kunststofferzeuger verzeichneten 2017 einen Gesamtumsatz von 27,1 Milliarden Euro und damit ein zweistelliges Wachstum in Höhe von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der größte Einsatzbereich ist in der Verpackungsindustrie. Insgesamt werden 35 Prozent des in Deutschland verbrauchten Kunststoffes für Verpackungen verwendet. Es folgen die Bauindustrie noch vor der Automobil- sowie die Elektronik- und Elektrobranche. So werden in Deutschland jährlich etwa 385.000 Tonnen Kunststoff in Gebäuden verbaut – was etwa ein Fünftel des gesamten verbrauchten Kunststoffes ausmacht. 15 Prozent eines PKWs besteht heutzutage bereits aus Kunststoff und mehr als 50 Prozent eines Airbus A350. Viele Haushaltswaren, Möbel und Geräte der Landwirtschaft sind aus Kunststoff und erleichtern unseren Alltag. In der Medizin beispielsweise können immer mehr Menschen mithilfe von Kunststoffprodukten versorgt werden – und das ohne, dass die Kosten dafür immens steigen.

Allein im Jahr 2017 erwirtschaftete die Branche der Kunststoffverarbeitung rund 63,7 Milliarden Euro Euro. Das entspricht sechs Prozent der gesamten deutschen Industrieproduktion. Über 3.400 kunststoffverarbeitende Unternehmen sind in Deutschland ansässig und schaffen neue Arbeitsplätze – mit sicheren Zukunftsaussichten. Ende 2017 waren in der Kunststofferzeugung 52.260 und in der Kunststoffverarbeitenden Industrie 323.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Branchenverbände wie der GKV gehen für 2018 von einem möglichen Umsatzplus von vier Prozent für die Kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland aus. Die Branche bleibt insofern auf dem Wachstumspfad.

Doch ein Punkt gibt es, den die Branche den positiven Ausblick eintrübt, das ist laut Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer des GKV, dass immer knapper werdende Angebot an Auszubildenden, Fachkräften und Ingenieuren. Bei einer Befragung zu Beginn des Jahres meldeten dem Verband drei von vier Kunststoffverarbeitern Probleme bei der Versorgung mit Fachkräften und Auszubildenden. Im Jahr 2017 wurden 2.372 neue Ausbildungsverträge zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik abgeschlossen. Das waren knapp zwei Prozent weniger als 2016. Derzeit bildet nach Aussage des Verbandes die Kunststoffverarbeitende Industrie 6.556 junge Menschen aus. Bei der guten Konjunkturlage und dem sich abzeichnenden demografischen Wandel ist die Kunststoffindustrie also auf zusätzlichen Fachkräftenachwuchs angewiesen.

 

Fact & Figures

Der GKV Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. ist die Spitzenorganisation der deutschen Kunststoffverarbeitenden Industrie. Als Dachverband bündelt und vertritt er die gemeinsamen Interessen seiner Trägerverbände und agiert dabei als Sprachrohr gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

PlasticsEurope Deutschland e. V. ist der Verband der Kunststofferzeuger in Deutschland. Er vertritt die politischen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen in Deutschland und ist als Fachverband Partner des Verbandes der Chemischen Industrie. PlasticsEurope Deutschland e. V. ist außerdem Teil der paneuropäischen Organisation PlasticsEurope, die Zentren in Brüssel, Frankfurt, London, Madrid, Mailand und Paris unterhält.

Kontakt

www.gkv.de

www.plasticseurope.org